Nimm mit 249.159 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Immer wieder bekommen wir als Antworten auf unsere Newsletter zu klimapolitischen Themen Zuschriften, die mit verschiedenen Argumentationen den Klimawandel an sich oder zumindest die Klimawirksamkeit von Kohlendioxid und anderen Klimagasen in Frage stellen. Da wir aber weiterhin vorhaben, auch zur Klimapolitik Kampagnen zu machen, möchten wir hier auf die am häufigsten genannten Argumente eingehen und unsere Motivation erläutern. Dabei sprechen wir bewusst von Klimaveränderung und nicht von Klimaerwärmung, weil es sich nicht einfach um ein Steigen der Durchschnittstemperaturen handelt, sondern um einen deutlich komplexeren Prozess.
Klimawandel und Sonnenaktivität
Ein erstes Argument ist, dass der Klimawandel gar nicht stattfinde, da sich die globale Temperatur in den letzten Jahren verringert habe. Zwar gibt es einige Messungen, die in den letzten Jahren eine verringerte Durchschnittstemperatur auf der Erde festgestellt haben. Doch wird dies in erster Linie mit einer verringerten Sonnenaktivität in Verbindung gebracht, die unabhängig von der Zusammensetzung der Erdatmosphäre ist. Diese Sonnenaktivität läuft nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in Zyklen ab, die vom Menschen nicht beeinflussbar sind. Hierbei handelt es sich folglich nicht um menschengemachten Klimawandel.
Klimawandel und Kohlendioxid
Einen Einfluss auf die Veränderung des Klimas haben die Menschen jedoch beim Ausstoß von Treibhausgasen. Nach Wasserdampf ist Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas. Weil es in großen Mengen vom Menschen freigesetzt wird, gilt es als das Klimagas schlechthin. Es entsteht bei allen Prozessen der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, etwa bei der Kohle-, Gas- oder Ölverbrennung. Zwar ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre insgesamt sehr gering, aber dennoch trägt Kohlendioxid zu etwa 20 Prozent zum natürlichen Treibhauseffekt bei und 60 Prozent des menschengemachten Klimawandels sind vom Kohlendioxid-Ausstoß erzeugt (vgl. Wikipedia).
Zwar werden auch auf natürlichem Weg große Mengen Kohlendioxid freigesetzt, aber diese werden zum großen Teil durch pflanzliche Photosynthese wieder gebunden, während das vom Menschen freigesetzte CO2 zusätzlich in die Atmosphäre gelangt und nicht wieder gebunden wird. Zwar kann CO2 auch als gasförmiger "Pflanzendünger" bezeichnet werden, aber insbesondere durch das Roden großer Waldflächen nimmt die in Biomasse gebundene Menge an Kohlenstoff weiter ab – trotz des verstärkten Pflanzenwachstums bei steigender CO2-Konzentration. Weitere wichtige Klimagase sind Methan, Lachgas, Schwefelhexaflourid und Flourkohlenwasserstoffe, die teilweise auch noch weitere Umweltauswirkungen haben.
Ergebnisse der Klimaforschung
In den letzten Monaten gab es immer wieder Zweifel an den Aussagen von Klimaforscher/innen, denen unter anderem Ergebnisfälschung und fehlerhafte wissenschaftliche Arbeit vorgeworfen wurde. Zwar können wir nicht im Einzelnen untersuchen, wie die Aussagen der Klimaforschung zustande kommen, doch kann der IPCC-Prozess (IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change, dt. Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaveränderung) als ein offener, wissenschaftlicher Prozess bezeichnet werden: Alle Wissenschaftler/innen, die entsprechende Publikationen vorweisen können, haben die Möglichkeit, in diesem Gremium mitzuarbeiten. Selbst wenn es bei einzelnen Ergebnissen zu Verfehlungen gekommen sein mag und einzelnen Forscher/innen Fehlverhalten vorgeworfen werden kann, ist damit keineswegs die gesamte Klimaforschung widerlegt. Schließlich funktioniert Wissenschaft so, dass Thesen immer wieder aufgestellt, getestet und verbessert werden.
Klimawandel und soziale Folgen
Wir sehen insbesondere die sozialen Auswirkungen des Klimawandels als ein Problem an: Es sind sowohl auf globalem Maßstab wie innerhalb der westlichen Gesellschaften insbesondere die sozial Schwachen, die unter einem sich verändernden Klima leiden – wobei hier noch einmal darauf hingewiesen sei, dass ein einzelner kalter Winter ein Wetterphänomen ist und nichts mit Klima zu tun hat. Insbesondere diejenigen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um besonders betroffene Gebiete zu verlassen oder sich mit veränderten Methoden an den Klimawandel anzupassen, leiden schon jetzt unter veränderten Anbaubedingungen, steigendem Meeresspiegel oder Unwettern. Und im globalen Norden stellen wir fest, dass steigende Preise für Mobilität oder Energie die soziale Teilhabe von Menschen einschränken können.
Klimawandel nur Manipulation?
Zahlreiche Zuschriften sehen den Klimawandel als eine medial verbreitete und aufgebauschte Geschichte, die nur erfunden worden sei, um damit Profit zu erzielen, Macht zu erlangen oder Kontrolle auszuüben. Zwar wird es in der Politik neben den offiziellen Begründungen auch noch andere Motive geben, bestimmte Entwicklungen zu fördern oder zu verhindern, wie es auch beim Klimawandel letztlich wieder Gewinner/innen und Verlierer/innen geben wird. Wir glauben aber, dass Klimawandel sowohl physische Auswirkungen als auch soziale Folgen hat. Diese gilt es zumindest zu mildern, und es lohnt sich, sich gegen den Klimawandel zu engagieren.
Noch unentschlossen beim Thema Klimawandel?
Eines der Prinzipien bei Campact ist, dass die Aktiven sich selbst aussuchen können, an welchen Aktionen sie teilnehmen und an welchen nicht. Falls wir Ihnen also nicht ausreichend deutlich gemacht haben, warum Kohlekraftwerke Klima-Killer sind und der Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen ein Problem darstellt, dann verzichten Sie doch einfach auf die Teilnahme an den entsprechenden Aktionen. Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere anderen Aktionen trotzdem unterstützten!
Ihr Campact-Team
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